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Der Pre Bell Man von Nam June Paik

Eine Ikone der Medienkunst!

Zur Eröffnung des Neubaus des Museums für Kommunikation Frankfurt im Jahr 1990 schuf der koreanische Künstler Nam June Paik eine multimediale Reiterskulptur. Er verwendete dafür Kommunikationsgeräte aus der Museumssammlung: Radios, Fernseher oder auch Antennen, bearbeitete sie und nannte das Werk Pre Bell Man nach dem Erfinder des Telefons Alexander Graham Bell.

Von 2013 bis zu seiner Nachschöpfung wurde der Pre Bell Man im Sammlungsdepot verwahrt. Seit Juni 2019 begrüßt er die Besucherinnen und Besucher des Museums als Nachschöpfung wieder wie gewohnt auf dem Museumsplatz.

Der Pre Bell Man vor dem Museum für Kommunikation Frankfurt © MSPT

Die Restaurierung des Pre Bell Man

Gegen die Vergänglichkeit: Konservierung oder Nachschöpfung?

Original und Nachschöpfung im Sammlungsdepot © MSPT

Für den Außenbereich geschaffen, war der Pre Bell Man von Nam June Paik von Beginn an Temperatur- und Witterungseinflüssen ausgesetzt. Bereits 2006 wurden Maßnahmen zum Erhalt des Kunstwerks notwendig und 2012 wurde der Pre Bell Man zunächst im Depot eingelagert.

Nam June Paik war die Vergänglichkeit der jeweils aktuellen Technologie und die daraus resultierenden Konsequenzen für den Erhalt der Funktion bewusst. Er ermutigte Restauratoren und Sammler, die von ihm gestaltete und bewusst kombinierte äußere Hülle seiner Video-Skulpturen mit jeweils aktueller neuer Technologie auszustatten. Die Skulptur wurde im Restaurierungsprozess daher in Einzelteile zerlegt, das Pferd brachte man zur Nachschöpfung in das Atelier von Anselm Baumann. Dank glücklicher Umstände konnten von den historischen Kommunikationsgeräten alle ersetzt und für die Nachschöpfung des Reiters verwendet werden.

Die Rückkehr des Pre Bell Man – Nam June Paik und zeitgenössische Kunst aus der Sammlung von Kelterborn

Ausstellung vom 6. Juni 2019 bis 19. Januar 2020 im Museum für Kommunikation Frankfurt

In vier Räumen zeigt die begleitende Ausstellung mit Werken aus der Sammlung von Kelterborn die Besonderheiten von Medienkunst und veranschaulicht die Aktualität des Pre Bell Man vor dem Hintergrund der digitalen Transformation. Die Künstler*innen nutzen Film, Video und am Computer erzeugte und bearbeitete Bilder, um künstlerische Positionen zu formulieren. Der Umgang mit der Technik ist dabei oft ungewöhnlich, Sehgewohnheiten werden durchbrochen und Irritationen einkalkuliert. Die Ausstellung gibt einen Überblick von den 60er Jahren bis zur Gegenwart.

Damit trägt die Ausstellung zur Vermittlung von Mixed Media Kunst, den Eigenarten des Mediums im Allgemeinen und der Bedeutung von Nam June Paiks Werk im Besonderen bei. Die darin angelegte medienkritische Haltung ist ein Paradigma für die Museumsarbeit und spiegelt sich in der Konzeption der 2017 eröffneten Dauerausstellung "Mediengeschichte│n neu erzählt" und der damit verbundenen Neuausrichtung zur digitalen Transformation des Museums für Kommunikation Frankfurt.

Besucher*innen in der Ausstellung, Foto: S. Kösling, MSPT

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Internationale Experten zu Restaurierung von Medienkunst und künstlerischer Authentizität

Tagung am 14. März 2019

Am 14. März 2019 diskutierten internationale Experten ausgehend von der Nachschöpfung des prominenten Reiters Aspekte der künstlerischen Authentizität. Fragen wie "Wo fängt das Original des Kunstwerks an?", "Wie darf es zu seinem Erhalt von Restauratoren behandelt werden?" und "Was macht eigentlich multimediale Kunst aus?" standen im Fokus der Vorträge und der anschließenden öffentlichen Diskussion.

Durch die Tagung "Der Pre Bell Man von Nam June Paik - Eine Ikone der Medienkunst kehrt zurück!" im Museum für Kommunikation Frankfurt erhält die mit dem beauftragten Aufstellungsort im Freien verbundene Problematik der angemessenen Konservierung einen Diskussionsraum bei internationalen Fachkreisen und in der Öffentlichkeit.

Internationale Experten diskutierten einen Tag lang Aspekte der künstlerischen Authentizität im Museum für Kommunikation Frankfurt, Foto: S. Kösling, MSPT

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